Männerchor "Frohsinn" 1877 Horka
e.V.
Chor-Chronik
132 JAHRE
MÄNNERCHOR HORKA

Bild aus der Gründerzeit
(Vor
der Kantorschule in Horka)
Die Chronik unseres Chores beginnt im Jahre 1877. Mit dem Wunsch, nach des Tages schwerer Arbeit einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung nachgehen zu können, schlossen sich Bauern, Tagelöhner und Handwerker zusammen und bildeten den ersten Chor in Horka.
In einer Ausgabe des „Neuen Görlitzer Anzeiger“ aus dem Jahre 1902 wird u.a. notiert: „Auch die Vereinsthätigkeit ist in Horka eine rege...1877 bildete sich ein Männergesang-Verein, der in den 25 Jahren seines Bestehens schon manch’ schönes Lied zu seiner und Anderer Freude gesungen hat. Langjähriger Dirigent desselben ist Herr Kantor Nöthel.“ Die Chorleiter wechselten in der Reihe der Jahre, meist waren es Lehrer oder Kantoren. Sänger gingen - neue kamen hinzu. Meistens kamen sie aus dem Oberdorf und der Lehrerschaft. Das Vereinslokal war der Oberhorkaer Gerichtskretscham. Auch in der „Kantorschule“ fanden Proben statt. In amtlichen Unterlagen vom Mai 1934 wird dieser Chor als „Männergesangverein Horka 1877“ bezeichnet. Er zählte 20 bis 25 Mitglieder. Der Chor schloss sich dem Deutschen Sängerbund an.
Aufnahmeurkunde vom 21. September 1933
Hermann Tusche war
der 1. Dirigent des Horkaer Arbeitergesangvereins, dessen genaues Gründungsdatum
nicht ermittelt werden konnte. Wahrscheinlich übernahm bereits ab 1925 Erich
Rönsch die Chorleitung. Das Vereinslokal war das von Paul Fürll. Ab 1. Januar
trat diese Sängergruppe dem Arbeiter-Sängerbund bei. „Der Verein wurde auf den
Namen Männergesangverein ‘Frohsinn Horka’ getauft.“ Der Chor gab in Horka und
außerhalb Konzerte, gestaltete öffentliche „Fidele Abende“ und führte jährlich
Ausflüge mit den Frauen durch.
Mitte der 30er Jahre
gelang es durch besonders kluge Maßnahmen der damaligen Leitung, die zu einer
Verschmelzung der beiden Chorgruppen führten, der zwangsweisen Auflösung zu
entgehen. Es bildete sich ein neuer Chor, der Mitglieder beider Chöre umfasste.
Dieser „Verein“ hatte etwa 26 Sänger und stand unter der Leitung von Kantor
Stober. Mit dessen Einberufung zur Wehrmacht hörte der Chor zu bestehen
auf.
Im Juni 1946 fand die erste Zusammenkunft von Sangesbrüdern statt. Im Arbeitsbericht des „Männerchors Wehrkirch O/L“ schreibt der Vorsitzende Bruno Tzschoppe: „So ist der Chor 1946 von neuem an das Werk gegangen, mit dem Willen Aufbauarbeit zu leisten, den Mitmenschen zu zeigen, daß das Schöne und Gute noch lebt, ihnen mit unseren Liedern und zuletzt auch uns selbst eine geistige Nahrung zu bieten.“

Erstes Konzert
am 09.03.1947
Bitte um Genehmigung, Singestunden abhalten zu dürfen,
vom
16.04.1947
Weiter heißt es: „Im Juni 1947 erlitt der Chor einen harten Verlust durch den Tod seines Chorleiters Erich Rönsch, welcher sich durch seine beispielgebende Arbeit besondere Verdienste um den Chor erworben hat. Durch seinen Tod war das Weiterbestehen des Chores in Frage gestellt.“
In
Särichen wurde dann Herr Hain als neuer Chorleiter gewonnen. In den folgenden
Jahren bemühten sich Kantor Stritzke und Günter Schröter um das Fortbestehen des
Männergesangvereins. Dieser zählte 1954 noch über 20 Mitglieder, 1960 waren es
noch acht.
„Ein Neubeginn zeichnete sich mit dem 24. Oktober 1964 ab. Ehemalige Mitglieder des Männerchores und Interessierte trafen sich auf Initiative von Lehrer Heinz Stark nach reichlich drei Jahren in der Gaststätte Fürll, die musikalische Leitung übernahm Musiklehrer Hartmut Kunze, und die erste Probe schloss sich an.“ Am Anfang waren es 11 Sänger, die die Tradition wieder aufgriffen.
Bereits im Jahre 1965 trat der Chor wieder in sieben Veranstaltungen auf. In den folgenden Jahren stieg die Mitgliederzahl auf über 40. Zahlreiche Veranstaltungen in Horka und in vielen anderen Orten machten den Chor bekannt.

Schreiben vom Sender Dresden
vom
07.03.1966
Rundfunkaufnahmen
mit dem damaligen Sender Dresden und gemeinsame Konzerte mit dem Staatlichen
Orchester Cottbus bewiesen auch, dass der Chor eine gute Qualität erreicht
hatte. Enge Beziehungen pflegte der Männerchor Horka zu den Chören des
ehemaligen Kreises Niesky. Viele gemeinsame Auftritte festigten die
Sängerfreundschaft.
Am 21. August 1990
wurde der Chor unter dem Namen „Männerchor ‘Frohsinn’ 1877 Horka e.V.“ in das
Vereinsregister des Kreisgerichtes Niesky eingetragen. Damit übernahm der Chor
die Verpflichtung, die Traditionen beider Männerchöre unseres Ortes aus der
Vergangenheit in Zukunft weiter zu pflegen.
Es
begann die Zeit des Suchens nach neuen Kontakten. Sie wurden bei den Chören in
Freienseen und Westerrönfeld geknüpft. Viele gemeinsame Erlebnisse verbinden
inzwischen unsere Chöre. So war unser Chor zu Chorjubiläen in Hessen und
Schleswig-Holstein. Zahlreiche familiäre Freundschaften haben sich inzwischen
entwickelt.
Anerkennung für die Pflege der Traditionen und die
kulturellen Aktivitäten unseres Chores
war im Jahre 1997 die Überreichung der „Zelter-Plakette“ anlässlich
unserer 120-Jahr-Feier. Diese Auszeichnung wurde im Auftrag des
Bundespräsidenten Roman Herzog verliehen.
Anlässlich des 32. Neujahrssingens am 08.01.2005 wurde Hartmut Kunze für 40 Jahre Tätigkeit als Chorleiter die Ehrenurkunde des Deutschen Sängerbundes überreicht. Die Verleihung war verbunden mit dem Dank für das Engagement und dem Wunsch für weiteren Erfolg und Freude bei der künstlerischen Tätigkeit.
Die Tage vom 20. bis 22. Juli 2007 wurden durch die
130-Jahrfeier des Männerchores „Frohsinn“ Horka für viele Menschen unserer
Gemeinde sowie für alle hier zu Gast weilenden Sängerinnen und Sänger zu
besonderen Festtagen.
Wenn wir in diesen Tagen unser Jubiläum feierten, dachten wir dankbar an die Begründer des Chores und an alle die, die sich in den 130 Jahren verdient gemacht haben um die Pflege des Gesanges. Unser Dank verbindet sich mit der Verpflichtung, die alten Traditionen des Chorgesanges zu pflegen und ihnen neuen Inhalt zu geben, damit wir sie einst getrost der kommenden Generation übergeben können.
Wir sind stolz darauf, dass die neu gewonnenen Sangesfreunde auch in diesem Jahr mit Freude unserer Einladung gefolgt sind, und möchten ihnen für ihren Beitrag zum Gelingen des Sängerfestes recht herzlich danken. Ebenso herzlich wollen wir aber allen Sängerinnen und Sängern aus dem Niederschlesischen Oberlausitzkreis danken, mit denen uns eine jahrzehntelange Freundschaft verbindet und die unser Festprogramm verschönen halfen. Herzlichen Dank auch dem Kirchenchor Horka, mit dem wir seit einigen Jahren gemeinsame Programme gestalten.